Erst ein kurzer Text:
Johannes Schirrmeister, Finch hält Merz-Rede als Satire – und trifft damit mehr Wahrheit als das Original, in der →Berliner Zeitung vom 8. Juni 2026, Auszug, Reihenfolge der Sätze hier geändert:
Finch spricht keinen einzigen dieser Sätze als er selbst. Er spielt den deutschen Kanzler und gibt ihm dabei eine Bühne, auf der dessen Worte zum ersten Mal so klingen, wie sie gemeint sind.
Der stärkste dialektische Zug der Rede ist der letzte. Indem Finch die Unterstützung für den Tod Unschuldiger zur Staatsräson erklärt, entlarvt er, was dieser Begriff wirklich bedeutet. Nicht ein Gebot zum Schutz eines Staates, sondern ein Freifahrtschein, um moralische Verantwortung zu suspendieren. Staatsräson heißt: Wir müssen das nicht begründen. Wir müssen es nur behaupten. Und ihr müsst es glauben.
Die Rede mündet nahtlos in den Antikriegssong „Kein Bock auf Krieg“. Und danach, für alle, die es noch nicht verstanden hatten: „Merz, leck Eier.“
Damit hinterher keiner sagen kann, man habe es nicht gewusst.